Der Bachverband ist auch für die Unterhaltung des Oberlaufs des Gillbachs zuständig – ab Kraftwerk Niederaußem bis Hüchelhove-Rheidt. Mittel- und Unterlauf werden vom Erftverband unterhalten. Durch die Einleitung von wärmeren Kraftwerkswasser ist der Gillbach im Oberlauf Biotop für exotische Fische geworden, die der Aquarianer aus dem Bereich Warmwasserfische kennt. Der Gillbach hat eine wirklich „merkwürdige“ Quellschüttung, das Kühlwasser vom Kraftwerk Niederaußem. Man findet die „Quelle“ in Auenheim, Kraftwerkrückseite, Gillbachstraße. Die ursprüngliche Quelle, der Bethlehemer Wald, wurde durch die Tagebaue Bergheim und Fortuna-Garsdorf zwischen 1950er und 1980er Jahre abgebaggert.

Kühlwassereinlauf in den Gillbach, Gillbachstraße in Auenheim

Sein Wasser ist im Oberlauf richtig warm. An der „Drei-Bäche-Mündung“ kann man sogar viele verschiedene exotische Fische entdecken. Hier münden drei Gewässer: Oben der natürliche Gillbach, in der Mitte die wärmere Kraftwerkseinleitung und darunter eine weitere Kraftwerkszuleitung.

Drei-Bäche-Mündung des Gillbach

In seinem weiteren Verlauf kühlt das Bachwasser ab. Es stellt sich im klaren Bachwasser die übliche Fauna ein. Auch Bachforellen kann man beobachten. Nach rund 29 km mündet der Gillbach bei Neuss in die Erft.

Gilbachmündung in die Erft in Neuss

Bisam und Eisvogel am Gillbach

Der Bachverband unterhält den Gillbach im Oberlauf, von der Quelle und ab Kraftwerkseinleitung bis zur Kreisgrenze nach Neuss, ca. 3 km. Das Gillbachufer ist vor allem im Oberlauf ein steiles Ufer eines typischen Wiesenbachs. Das dichte Wurzelwerk der Uferbäume hält die Steilufer – ein El Dorado für den Bisam und für Eisvögel.

Eisvogel am Gillbach // Foto: Rolf Thiemann, Naturschutzberater

Im Schatten des Kraftwerkes Niederaußem brütet der Eisvogel. Die Brutröhre liegt in einem kleinen Steilhang, ca. 2 Meter über dem Gillbach. Die Spuren guter Fütterung zeigen am Eingang, der ca. 80 cm langen Brutröhre, dass sich die Altvögel intensiv um ihren Nachwuchs kümmern.

Gillbach – ein Refugium des geschützten Hirschzungenfarns

Bei Bergheim-Auenheim fließt der Gillbach in einer tiefen und von hoher Luftfeuchtigkeit geprägten Aue Richtung Erft. Laubbäume spenden den wichtigen Schatten. Offenbar ideale Standort-Voraussetzungen für den in Deutschland unter Naturschutz stehenden Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium). Er gehört zur Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae). Die Pflanzenart ist auch unter dem botanischen Namen Phyllitis scolopendrium bekannt. Um den Standort zu schützen hat der Bachverband oberhalb des Nordufers eine schützende Barriere aus Brombeersträuchern entwickelt. Damit ist der direkte Zugang versperrt – aber der Blick vom gegenüberliegenden Spazierweg nicht. So konnte sich über Jahre ein einzigartiger Bestand entwickeln. Inzwischen hat er komplett das etwa 8 m hohe Steilufer auf einer gesamten Länge von etwa 200 Meter besiedelt – besonders im Frühjahr eine Augenweide.

Weitere beeindruckende Fotos seltener Tiere finden Sie unter Ansichten // Flora und Fauna.

Gemeinde Rommerskirchen
Kostenaufstellung Gillbachausbau

Gillbach-Hochwasser von 1948 Jh.

Historische Karte Gillbach 1942

Die historische Karte aus dem sog. „Erftplan“ von 1942 zeigt den Gillbach mit seiner Quelle an der Wasserburg Holtrop, im Bethlehemer Wald.
Heute erinnert auf der Wiedenfelder Höhe das Holtroper Kreuz an diesen historischen Ort:

Unwiederbringlich durch den Braunkohlentagebau verloren gegangen.

Der Gillbach-Oberlauf 1900 und 2000